Die Geschichte des Computers ist eine Geschichte von Menschen mit sehr unterschiedlichen Zielen: Einer wollte Logarithmentafeln fehlerfrei drucken, einer wollte Menschen und Maschinen ins Gespräch bringen, einer suchte nur ein Betriebssystem für seinen neuen PC. Sechs Porträts in Kürze.
Charles Babbage (1791–1871)
Der englische Mathematiker entwarf die Difference Engine, eine mechanische Rechenmaschine für Tabellenwerke, und ab 1837 die Analytical Engine, die mit Lochkarten programmierbar sein sollte und Speicher, Rechenwerk und bedingte Sprünge besaß, die Architektur jedes heutigen Computers. Gebaut wurde zu seinen Lebzeiten keine der beiden; das Science Museum in London stellte 1991 eine funktionierende Difference Engine nach seinen Plänen fertig. Ada Lovelace schrieb für die Analytical Engine das erste veröffentlichte Programm.
J. C. R. Licklider (1915–1990)
Der Psychologe und Informatiker beschrieb 1960 in „Man-Computer Symbiosis“ die Idee, dass Menschen mit Rechnern interaktiv arbeiten statt Lochkartenstapel abzugeben. Als Leiter der Computerabteilung der ARPA finanzierte er ab 1962 die Projekte, aus denen Timesharing, die Maus und schließlich das ARPANET hervorgingen, der Vorläufer des Internets. Seine Notizen an das „Intergalactic Computer Network“ gelten als früheste Skizze eines weltweiten Rechnernetzes.
Ken Thompson (geb. 1943)
Bei den Bell Labs schrieb Thompson 1969 mit Dennis Ritchie das Betriebssystem Unix, dazu die Sprache B, den Vorläufer von C, und später die Programmiersprache Go bei Google. Unix und seine Nachfahren, von Linux über macOS bis Android, laufen heute auf den meisten Servern und Telefonen der Welt.
Bill Gates (geb. 1955)
Gates gründete 1975 mit Paul Allen Microsoft und machte mit MS-DOS und Windows das Betriebssystem zum Massenprodukt, das getrennt von der Hardware verkauft wird. Sein offener Brief an die Hobbyisten von 1976, in dem er das Kopieren von Software als Diebstahl bezeichnete, markiert den Beginn der Debatte um proprietäre und freie Software.
Linus Torvalds (geb. 1969)
Der finnische Student veröffentlichte 1991 den Linux-Kernel, zunächst als Hobby, und stellte ihn unter die GNU-Lizenz. Zusammen mit den GNU-Werkzeugen von Richard Stallmans Projekt wurde daraus das freie Betriebssystem, das heute Server, Supercomputer, Android-Telefone und die meisten Cloud-Dienste antreibt. Torvalds leitet die Kernel-Entwicklung bis heute und schrieb 2005 nebenbei die Versionsverwaltung Git.
Alan Cox (geb. 1968)
Der Brite war in den 1990er Jahren der wichtigste Mitarbeiter von Torvalds, pflegte lange die stabilen Kernel-Zweige und den Netzwerkcode und stand für die Arbeitsteilung, die Linux zum Gemeinschaftsprojekt machte. Er arbeitete bei Red Hat und Intel und zog sich 2013 aus der Kernel-Entwicklung zurück.





